Dr. Laura Maffongelli


Dr. Laura Maffongelli schloss ihr Studium der Neurolinguistik an der Philipps-Universität Marburg im Jahr 2011 ab. Kurz darauf zog sie zurück in ihr Heimatland, wo sie 2015 an der Universität Genua (Italian Institute of Technology, Italien) im Bereich der Kognitionswissenschaften promovierte. Ihre Forschungsinteressen konzentrieren sich seit dem auf die Beziehung zwischen Sprache und Handlung im Hinblick auf die beteiligten syntaktischen Mechanismen. Sie untersuchte die neurophysiologischen Grundlagen der Verarbeitung komplexer Handlungssequenzen während der Handlungsbeobachtung, zunächst im Erwachsenen (Robotic, Brain and Cognitive Sciences (RBCS) am Istituto Italiano di Tecnologia, 2012-2015) und später bei Säuglingen (PostDoc an der Universität Zürich, Abteilung für Entwicklungspsychologie, 2015-2017). Weiterhin arbeitete sie im Scene Grammar Lab der Goethe-Universität Frankfurt, wo sie die "Szenengrammatik" in Bezug auf die Syntax erforschte (2018-2019).
Derzeit forscht sie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo sie die Verarbeitung verschiedener komplexer, hierarchischer Strukturen in der Sprach- und Handlungsdomäne bei Vorschulkindern untersucht. EEG (ERPs), Eye Tracking und TMS-Messungen sind die grundlegenden Methoden ihrer Forschung. Ihr Interesse gilt der Frage, inwiefern die Verarbeitung komplexer Handlungssequenzen Ähnlichkeiten mit der Verarbeitung von komplexen Sätzen aufweist. Ihre Ergebnisse deuten auf genau diesen Zusammenhang hin. Eine Veränderung in der Struktur einer Handlung, der Handlungssyntax, führt - bereits bei Kindern im Alter von 6 Monaten - zu ähnlichen Reaktionen im Elektroenzephalogramm (EEG) wie eine vergleichbare Verletzung der Syntax eines gehörten oder gelesenen Satzes. Dies lässt auch Rückschlüsse auf die Sprachentwicklung von Säuglingen zu.