ISF-Training

Viele unserer klinischen Anwender sehen im ISF-Training den entscheidenden Baustein bei der Behandlung von schweren Fällen von ADHS und Autismus, Traumata, Zwängen, Angststörungen und Depressionen, sowie bei komplexeren Störungsbildern, die eine umfassendere Verbesserung des Gehirns benötigen.
Aber was ist ISF-Training und was bringt es mir an „Mehrwert“ gegenüber den anderen Neurofeedbackverfahren?

Therapeutisches Verfahren

ISF steht für Infra Slow Fluctuation. Dies ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Schwingungen im Gehirn mit einer sehr tiefen Frequenz, unterhalb der anderen Frequenzen im EEG (infra = darunter, unterhalb; slow = langsam; fluctuation = Fluktuationen, d. h. Schwankungen). Es gibt wissenschaftliche Hypothesen, dass diese langsamen Schwingungen in Zusammenhang mit einer grundsätzlichen Funktionsfähigkeit des Gehirns stehen. Studien zeigen, dass das Default Mode Network (also das Netzwerk, das für viele Prozesse im Gehirn eine sehr zentrale Funktion hat) und auch die stützenden Gliazellen in solchen Frequenzen schwingen.
Infraslow-Frequenzen sind individuell verschieden. Gelingt es im therapeutischen Prozess, die für den Patienten optimale Frequenz zu finden, so kommt es im Gehirn zu sehr schnellen, weitreichenden Veränderungen, die oft für die Therapie und eine Bandbreite von Symptomen hilfreich sein können. Schon von Beginn an können Patienten eine kurzfristige Verbesserung des Krankheitsbildes erleben, welche mit der Zeit über Automatisierung stabilisiert wird. Indem die Platzierung der Elektroden während der Therapie variiert wird, können so Symptome gezielt behandelt werden. Beispielsweise kommt es bereits nach den ersten ISF-Trainingseinheiten bereits zu Linderungen bei Migräne oder Panikattacken, die durch instabile Gehirnprozesse verursacht werden.
Die Veränderungen finden aber nicht nur auf Hirnebene statt. Das ISF-Training hat auch einen direkten Einfluss auf das vegetative Nervensystem: Wir können in der Praxis häufig eine direkte Stressminderung beobachten und somit eine Reduzierung der Symptomatik bewirken.

Wie funktioniert die ISF-Methode?

Im ISF-Training arbeiten wir mit der für das Gehirn optimalen ISF-Frequenz, die wir in einem diagnostisch-therapeutischen Prozess suchen. Jedes Gehirn funktioniert in seiner ganz individuellen und spezifischen optimalen Frequenz, bei der diese Spiegelung der eigenen Tätigkeit am wirkungsvollsten ist.
Aufgrund dieser niedrigen Frequenz ergeben sich längere Schwingungszyklen. Im Gegensatz zu anderen Neurofeedback-Techniken kann somit hier nicht die Stärke der Schwingung selbst belohnt oder gehemmt werden. Es werden die minimalen Fluktuationen, d.h. Schwankungen, innerhalb der Amplitude (Stärke) dieser Schwingung gespiegelt und dem Patienten über das Feedback zurückgemeldet. Der Patient erhält so die Möglichkeit, sich selbst zu beobachten, ohne dass dabei etwas als gut oder schlecht bewertet oder etwas verstärkt oder gehemmt wird.
Die Vorgehensweise, d.h. auch das Bestimmen der Elektrodenplatzierungen,  ist sehr symptombezogen, nutzt aber auch das QEEG für die Bestimmung der Trainingsorte.

Für welche Störungsbilder ist ISF geeignet?

Wie schon erwähnt, nutzen unsere klinischen Anwender dieses ISF-Training zur Behandlung von schweren Fällen von ADHS und Autismus, Traumata, Zwängen, Angststörungen und Depressionen. Sehr gute Ergebnisse werden auch erzielt bei der Behandlung u.a. von Tinnitus, Migräne, Schlafstörungen und vielen anderen chronischen neurologischen Störungen.

Übersicht über die Anwendungsgebiete von ISF

  • Autismus, ADHS, Tics
  • Bindungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Sucht, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörungen) und andere komplexe Störungsbilder
  • Entwicklungsstörungen oder Schädel-Hirn-Traumata
  • Depressionen, Stimmungsschwankungen
  • Angst, Panikattacken und Zwangsstörungen
  • Schlafstörungen und Parasomnien (Hypnagogie)
  • Migräne, Schwindel, Tinnitus, Anfälle, Asthma, Fibromyalgie

Dozent - Mark Smith

Wir führen diese Kurse mit dem international renommierten Neurofeedbacktherapeuten Mark L. Smith aus den USA durch, der diese Methode als erster auf der Plattform von Brainmaster-Geräten ermöglicht hat.
Mark Smith, der Entwickler des ISF-Neurofeedbacks, war der Erste, der den Vorteil erkannte, einen DC-gekoppelten Verstärker für das Infra-slow-Training zu verwenden. 2007 wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Collura, PhD und anderen die Methode auf einem DC-gekoppelten Verstärker, dem Atlantis, eingesetzt. Diese Innovation ermöglichte eine genauere Abbildung dieser winzigen Signale. Außerdem gibt es ein geringeres Rauschen, also Störeinflüsse, als bei konventionellen AC-Verstärkern.

Technik - Geräte

Das ISF-Training ist Training mit einer bipolaren Ableitung. Jüngste Ausstattungs- und Software-Verbesserungen, insbesondere der Discovery- und Avatar-Software, ermöglichen 2-, 4- oder 19-Kanal Aufnahmen in referentieller Montage bei gleichzeitigem ISF-Training in bipolarer Montage.
Dadurch sind wir als Einzige nun in der Lage, die Signale einer bipolaren gleichzeitig in einer Referenzmontage zu messen, zu beobachten und zu trainieren. Diese Innovation ermöglicht neue Einblicke in den Mechanismus des ISF-Trainings.
Die Avatar-Software hat eine Plattform für die Kombination von ISF-Training und gleichzeitigem Z-Werte-Training/-Analyse und/oder sLORETA-Training/Analyse zur Verfügung gestellt. Diese Verbesserung führt zu einer sicheren, erfolgreichen und datenreichen Methode von ISF-Training.
Zur Durchführung des ISF-Trainings wird eine Freischaltung des Brainmaster-Gerätes über Mark Smith benötigt.

Wissenschaft

Infra-slow Fluctuations (ISF), erstmals durch russische Forscher in den 1950er Jahren (Aladjalova, 1964) und später durch Joe Kamiya (Girton, Benson, & Kamiya, 1973) und andere bestätigt, wurden in letzter Zeit für Forscher ein Signal von besonderem Interesse. Die Forschung deutet darauf hin, dass das Infra-slow-Signal der Erregbarkeits-Dynamik von kortikalen Netzwerken unterliegt (Vanhatalo et al., 2004). Vanhatalo war von der zentralen Lage der ISFs in der Hirnrinde dermaßen überzeugt, dass er behauptete, dass jeglicher Versuch, dieses langsame Signal zu dämpfen, die typischsten Merkmale des menschlichen EEG verlangsamen würden.
Ferner scheint es eine direkte elektrophysiologische Ergänzung für langsame Fluktuationen in der menschlichen, psychophysikalischen Leistung zu sein (Monto, Palva, Voipio, & Palva, 2008). Neueste Forschung deutet darauf hin, dass sehr langsame Oszillationen mit dem Default Mode Network der menschlichen Großhirnrinde zusammenhängen und den Status von ADHS zu betreffen scheinen (Broyd, Helps, & Sonuga-Barke, 2011; Tye et al., 2012).

Artikel von Mark L. Smith in der renommierten Fachzeitschrift "NeuroConnections" in englischer Sprache

Download als pdf-Datei in englischer Sprache

Download als pdf-Datei in deutscher Sprache (Übersetzung)

*) ISF = Infra-slow Fluctuation

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