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Behandlungskonzept beim NEUROFEEDBACK

Neurofeedback ist nicht gleich Neuro­feed­back. Es gibt unter­schiedliche Ver­fahren und Vorgehens­weisen. Wir orientieren uns im Sinne der Grund­sätze und Richt­linien der führenden Organisationen, wie z. B. der Deutschen Gesellschaft für Bio­feedback e.V.

Neuro­feedback-Behandlungen werden äußerst sorgfältig vorbereitet, bevor ein so genanntes Neuro­feedback-Protokoll Anwendung findet. Wir haben hierzu verschiedene Tests und Assessments zur Auswahl. Wohl gemerkt: Wir er­stellen keine Diagnosen, aber wir können auf wissen­schaftlicher Basis Aus­sagen darüber treffen, wie das Gehirn arbeitet.

Anfangsuntersuchung:

Anamnese mit ausführlichem Symptomfragebogen (150 Symptomfragen)

hot spots

Grafik: Ermittlung sogenannter „Hot Spots“
Aufgrund der Symptome lässt sich schon eine erste Aussage darüber machen, welche Gehirn­areale am wahr­scheinlichsten be­troffen sein könnten. Diese Aus­sagen werden später in einem quantitativen EEG überprüft und verglichen

QIK-Test

QIK-Tests sind Kurz- und Lang­zeit­tests zur Ermittlung der Basis­leistungen der Auf­merksamkeits­variablen wie Dauer­auf­merk­samkeit und Impuls­kontrolle. Fast alle Störungen der Hirn­funktion haben spezifische Aus­wirkungen auf die Auf­merksamkeits­leistung und andere kognitiven Funktionen. Daneben führen wir auch andere neuro­psychologische Leistungs­tests durch, je nach Symptomlage und Störungs­bild.

QIK-TEST

Grafik: Beispiel für einen Kurztest der Aufmerksamkeit. Dabei messen wir sowohl die durch­schnittliche Reaktions­zeit als auch die Fehler­rate. Im Beispiel sehen wir überwiegend Auslassungs­fehler, die roten Quadrate signalisieren Verwechslungs­fehler. Das Beispiel ist typisch z.B. für ADS, mit langsamen Reaktions­zeiten und vielen Auslassungs­fehlern. Dieser Test dient auch der Über­prüfung des Behandlungs­erfolgs, da in den meisten Fällen der Therapie, neben anderen Verbesserungen, auch eine Normalisierung dieser Werte einhergeht.

Quantitative und spektrale Analyse der Gehirn­wellen: „dem Gehirn bei der Arbeit zusehen“

Frontal Hirn

Grafik: Im Beispiel sehen wir deutlich eine Ver­langsamung in frontalen Hirn­arealen. Auch dies ist typisch für ADS, besonders die enorme Zunahme der Amplitude langsamer Wellen im Frontal­hirn spricht für diese Diagnose.

Das QEEG (quantitatives EEG) ist, anders als ein qualitatives EEG beim Neurologen, ein Instrument zur Ermittlung der Aktivierungs­muster des Gehirns. Es dient also nicht in erster Linie der Diagnose von Krank­heiten wie Epilepsie oder Schlaf­störungen. Wir messen vielmehr ab­weichende Daten von bestimmten Frequenzen und Verbindungen bestimmter Hirn­areale zueinander (Kohärenzen). Die daraus gewonnenen Erkennt­nisse dienen der punkt­genauen Analyse der Problematik und ermöglichen so eine äußerst spezifische Anwendung des Neuro­feedbacks.

EEG-auswertung

Grafik: Teil­auswertung eines quantitativen EEGs. 19 Elektroden messen jedes einzelne Hertz der Hirn­aktivität und dessen Ab­weichungen von einer gesunden Norm­population.

Arten der Behandlung mittels Neuro­feedback

Normwertbasiertes Z-Werte-Training

Wir verlassen uns zumeist auf die Sicherheit, die eine moderne Daten­bank bietet. Das bedeutet maximale Sicherheit und möglichst hohen Behandlungs­erfolg. Das Training der Hirn­wellen orientiert sich immer an einem An­gleichen der Aktivität an eine gesunde Norm. Damit kann kein Parameter über- oder unter­trainiert werden.

Z-Werte

Grafik: Beim Z-Werte basierten Neuro­feedback findet in jeder Sekunde des Trainings ein aktueller Abgleich mit Norm­daten statt. Die farbigen Zahlen zeigen jeweils den Grad der so genannten Standard­abweichung. Ziel ist es, diese Werte auf 0.0 – 0.4 zu verändern. Das Gehirn lernt mittels Feedback, sich auf die gesunde Norm einzustellen.

Bipolares Neurofeedback nach Othmer

Sue und Siegfried Othmer sind Pioniere des Neuro­feedbacks. Ihren Trainings­ansatz entwickeln sie seit über 20 Jahren. Diese Form des Trainings bewährt sich ins­besondere bei extremen Regulations­störungen und Verhaltens­auf­fälligkeiten. Die bahn­brechenden Ent­wicklung der ILF (Infra Low Frequency)-Technik hat sich sogar bei Störungen wie Autismus als erfolgreich erwiesen.

Training der langsamen Potentiale SCPs (Slow Cortical Potentials)

Dieses Verfahren wurde in erster Linie von Wissen­schaftlern um den Leibnitz-Preisträger Nils Birbaumer an der Universität Tübingen entwickelt. Das Ziel, ein Erhöhen kortikalen Erreg­barkeit, führt nach­weislich zu verbesserter Auf­merk­samkeit, der Trainierende ist besser auf eine folgende Auf­gabe vorbereitet und kann diese effizienter lösen (Birbaumer, Rockstroh et al. 1990).

Klassissches Neurofeedback nach J. Lubar und B. Sterman (Beta-Training)

Seit den 70er Jahren des vorigen Jahr­hunderts hat sich dieses Ver­fahren bewährt. Es dient dazu, bestimmte ungünstige Hirn­wellen zu verstärken, während meist sehr tiefe und sehr hohe Amplituden Frequenzen unterdrückt (inhibiert) werden. Auch in vielen wissen­schaftlichen Ver­Ã¶ffent­lichungen hat dies bei Epilepsien und ADHS gute Wirkungen gezeigt. Wir setzen es jedoch nur noch selten ein, da es meist nicht spezifisch genug ist und oftmals sehr lange Behandlungs­zeiten benötigt.

Hämoenzephalographie (HEG)

SPECT-Bilder

Grafik: SPECT-Bilder der cerebralen Durch­blutung bei einer 67-jährigen Patientin mit Gedächtnis­verlust, Angst und De­pressionen, vor und nach 23 Be­handlungen mit HEG. Man kann eine deutliche Ver­besserung in den Frontal- und Temporal­lappen sehen (weniger blaue, dafür mehr rote Bereiche).

Was ist HEG - Neurofeedback?

HEG (Hämoencephalographie) ist ein effektives Ver­fahren für eine Vielzahl von Symptomen. Dabei werden keine Hirn­wellen gemessen, der Be­hand­lungs­erfolg geht mit einer erhöhten Durch­blutung des äußerst faser­reichen und hoch­komplex ver­schalteten Frontal­hirns einher.

 

Es hat deshalb Auswirkungen in den Bereichen:

Positive Behandlungs­ergebnisse sind auch bei Migräne, Stress und Gedächtnis­problemen erzielbar.

Philosophie - NEUROFEEDBACK

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